21 Okt Ein sehr ereignisreicher Tag – 24 Stundenübung der Jugendfeuerwehr Bad Honnef Empfehlung

geschrieben von Freigegeben in Aktuelles Jugendfeuerwehr

Pünktlich um 8 Uhr ging es am Samstag, 20. Oktober, los, die Mitglieder der Jugendfeuerwehr kamen zum Dienst auf die Wache in der Selhofer Straße.

Nach einer kurzen Ansprache und der Fahrzeugbelegung wurde der Tag bei einem gemeinsamen Frühstück begonnen. Noch während des Frühstücks kam die Alarmierung „ausgelaufener Kraftstoff in den Weinbergen“. Der GWL und das LF10 – besetzt mit dem Feuerwehrnachwuchs - machten sich direkt auf den Weg um diese Ölspur (bestehend aus Kakao und Wasser) zu beseitigen. Parallel dazu wurde das TLF 4000 zu einer Ölspur an der Endhaltestelle gerufen. Der Tag war gestartet…

Gegen 10:30 Uhr ging dann ein erneuter Alarm ein. Gemeldet wurde „einlaufende Brandmeldeanlage der Firma Confiserie Coppeneur et Compagnon GmbH in Aegidienberg“. Alle Fahrzeuge machten sich direkt auf den Weg dorthin. Bereits Vorort wurden wir von Frau Coppeneur empfangen. Sie wies uns den Weg zur Brandmeldezentrale. Der Hinweis „Ausgelöster Brandmelder im Dachgeschoss“ lies einen Brand im oberen Gebäude vermuten. Die Jugendfeuerwehr rüstete sich mich Atemschutz und Kleinlöschgerät aus und ging über die Außentreppe auf das Dach und dann in die oberen Räumlichkeiten. Nach intensiver Erkundung konnte kein Brand oder ähnliches festgestellt werden. Als sie das Gebäude durch den nach leckerer Schokolade riechenden Verkaufsraum verließe, staunte die Kundschaft nicht schlecht.

Kaum wieder auf der Wache angekommen, wurden die Fahrzeuge wieder fit gemacht mit dem Dienstsport begonnen. Ein Alarm störte diesen. Gemeldet wurde ein „Tiefgaragenbrand im Physikzentrum Bad Honnef – mit vermissten Personen“. Bei der Ankunft war schnell klar, dass auch die darüber befindlichen Schlafräume von dem Brand betroffen waren. Man vermutete mehrere Verletzte und alarmierte das Deutsche Rote Kreuz Bad Honnef. Sven Champion und Philipp Klein haben sich im Vorfeld dazu bereit erklärt die Jugendfeuerwehr aus medizinischer Sicht bei der Übung zu Unterstützen. Mehrere Trupps gingen mit Ihrer Ausrüstung unter „Atemschutz“ in die Tiefgarage vor. Im zweitem vernebelten Untergeschoss fanden sie zwei vermisst gemeldete Personen (Puppen). Eine befand sich zum Teil unter einem Fahrzeug und musste dort hervor und nach draußen gebracht werden, eine weitere befand sich in einer Ecke. Schnell hatten die Jugendlichen die Personen gefunden und konnten diese draußen dem Rettungsdienst übergeben. Das Feuer konnte ebenfalls schnell gelöscht werden.
Parallel zum Gang in die Tiefgarage wurden weitere Trupps in die Schlafräume geschickt. Hier konnten insgesamt 5 Personen (Verletztendarsteller), welche sich in unterschiedlichen Zimmern befanden - gerettet werden. Eine Person drohte sogar aus dem Fenster zu springen um dem Brandrauch zu entgehen. Die Verletztendarsteller konnten entweder zu Fuß oder mittels Drehleiter aus dem Gebäude gerettet und ebenfalls dem Rettungsdienst übergeben werden.
Schnell konnte „Feuer aus, keine Personen mehr im Gebäude“ gemeldet werden und die Jugendlichen wieder einrücken.

Natürlich besteht das Leben eines Berufsfeuerwehrmitgliedes nicht nur aus Einsätzen, so wurden in der einsatzfreien Zeit Wachaufgaben erledigt und Unterricht abgehalten.

Ein Mülleimerbrand auf dem Gelände der Schwippert Feuerwerke störte die wohlverdiente Pause. Je zwei Mülleimer standen in Flammen und mussten gelöscht werden, um ein Übergreifen auf Gebäude und die dort gelagerten Gegenstände zu vermeiden. Schnell wurden diese mit Wasser gelöscht und man konnte den Heimweg antreten.

Über die sozialen Medien hat Herr Haase vom Honnefer Copy-World H&H Gesellschaft bR von unserem Einsatzgeschehen mitbekommen und kam spontan mit einer süßen Verpflegung auf der Wache vorbei. An dieser Stelle einen herzlichen Dank dafür!!!

Ausgeruht und gestärkt ging es auch schon zum nächsten Einsatz. Gemeldet wurde ein größerer Flächenbrand auf dem Gelände Weihnachtsbaumhof Stockhausen. Vorgefundene Lage: es brannten mehrere Quadratmeter Heu auf einem Feld. Die Jugendfeuerwehr musste diese mittels einer Waldbrandkomponente eingrenzen und ablöschen. Dies brauchte einige Zeit. Während dessen hat der Löschzug Aegidienberg den Grill angeheizt um den hungrigen Feuerwehrnachwuchs zu versorgen. Eine ordentliche Verpflegungsspende hat uns die Firma Elektro Kefferpütz vorab gegeben. Ein ganz herzliches Dankeschön dafür!

Auf der Wache angekommen wurden die Fahrzeuge wieder fit gemacht. Danach war der Abend zu freien Verfügung und es wurde über den Tag gesprochen und gefachsimpelt.
Dieses musste jedoch unterbrochen werden…zwei weitere Meldungen gingen ein. Eine Personenrettung zum Feuerschlösschen und parallel ein umgestürzter Baum im Mucherwiesental.
Das LF 10 machte sich auf den Weg zum Feuerschlösschen wo der Hausmeister bereits Vorort war und über seinen Kollegen berichtete, welcher sich in den Räumlichkeiten befinden musste und auf keinen Anruf, Klopfen etc. reagiert. Die Jugendlichen verschafften sich über die Steckleiter Zutritt zum Gebäude und fanden den Kollegen (Puppe) bewusstlos auf dem Boden. Dieser wurde mit einer Trage aus dem Gebäude geholt und dem Rettungsdienst übergeben.
Das TLF fuhr zum umgestürzten Baum wo die Jugendlichen mittels einer Handsäge die Straße vom Baum befreien mussten.

Danach konnte endlich die Nachtruhe eingeläutet werden…dachten sie. Seelig schlummernd wurden sie gegen 2 Uhr nachts zu einer Personensuche im Reitersdorfer Park gerufen. Eine verwirrte Person wurde vermisst. Der komplette „Löschzug“ rückte aus. Die Jugendlichen teilten sich auf und suchten mit Handlampen das Gelände ab. Aufgrund der Größe des Geländes riefen sie zur Unterstützung einen Personenspürhund, der sie dabei unterstützen sollte. Tobi, der Personenspürhund, nahm die Fährte schnell auf und fand den verwirrten Mann schnell in Höhe der Ruine.

Wieder auf der Wache angekommen, konnte die Nachtruhe fortgesetzt werden. Bis um 6 Uhr morgens – da wurden die Jugendlichen zu einem überörtlichen Einsatz zu einer Firma in Königswinter – Gewerbegebiet Dollendorf gerufen. Noch auf der Anfahrt konnten sie abbrechen und die Wache wieder anfahren. Auch das ist Feuerwehr-Alltag.

Nun wurden die Fahrzeuge wieder auf Vordermann gebracht, die Wache aufgeräumt und gereinigt und der Frühstückstisch für die Jugendlichen, deren Eltern und Geschwister gedeckt. Bei einem gemütlichen Frühstück wurden die Bilder der letzten Nacht angeschaut und über das Erlebte berichtet. Die 24 Stundenübung ging zu Ende….

Wir D-A-N-K-E-N herzlich

-          der Firma Confiserie Coppeneur et Compagnon GmbH für die süße Bereitschaft Ihre Räumlichkeiten für die 24 Stundenübung nutzen zu dürfen und Frau Coppeneur für Ihre schauspielerische Darbietung.

-          dem Physikzentrum für deren Räumlichkeiten und die energiereiche Unterstützung bei der 24 Stundenübung

-          der Firma Schwippert Feuerwerk für Ihre immerwährende prächtige Hilfe

-          der Firma Weihnachtsbaumhof Stockhausen für Ihre Bereitschaft das Gelände nutzen zu dürfen Hinweis für die Bevölkerung: die Weihnachtsbäume waren zur keiner Zeit in Gefahr d.h. dem Weihnachtsfest steht nichts im Wege!

-          den Firmen Honnefer Copy-World H&H Gesellschaft bR und Elektro Kefferpütz für die spontane Verpflegung.

Text: Stadtjugendfeuerwehrwartin Patricia Wiesel